Quereinstieg in die Hörakustik

Du möchtest in der Hörakustik arbeiten, hast aber nicht die richtige Ausbildung? Du weißt nicht genau wo du anfangen sollst? Dann bist du hier richtig: Wir zeigen dir Wege, einen Einstieg in die Branche zu finden.

Voraussetzungen

Für den Einstieg in die Hörakustik empfiehlt sich ein mittlerer Schulabschluss oder eine abgeschlossene Ausbildung in einem anderen Bereich. Auch viele Studienabbrecher:innen wenden sich der Branche zu. Wichtig sind folgende Eigenschaften:

Handwerkliches Geschick ist gefragt, weil Hörsysteme individuell angepasst und teilweise selbst angefertigt werden. Technisches Interesse hilft dir, dich in Akustik, Audiometrie und Hörgeräte-Software einzuarbeiten. Vor allem ist aber Kommunikationsstärke entscheidend, weil du täglich mit Kundinnen und Kunden arbeitest, die oft unsicher oder emotional belastet sind. Meist sind die Kunden auch sehr betagt.

Berufswechsel leicht gemacht

Manche Vorberufe erleichtern den Umstieg spürbar. Aus medizinischen Berufen wie der Physiotherapie, Zahntechnik oder Pflege bringst du bereits ein Verständnis für den menschlichen Körper und den Umgang mit Patientinnen und Patienten mit. Aus handwerklichen Berufen wie der Feinmechanik, Optik oder Uhrmacherei kennst du bereits die Präzisionsarbeit, die auch in der Hörakustik gefragt ist. Und aus beratungsintensiven Berufen im Einzelhandel oder Kundenservice bringst du das Gespür für Beratungsgespräche mit, das im Kontakt mit Kundinnen und Kunden hilft.

Hörakustiker werden ohne Ausbildung

Hörakustiker werden ohne klassische Ausbildung, geht das überhaupt? Ja, über mehrere Wege. Wer aus einem anderen Beruf kommt, handwerklich geschickt ist und sich für Technik und Menschen gleichermaßen interessiert, kann über Umschulungen, berufsbegleitende Modelle oder verkürzte Ausbildungszeiten in die Hörakustik einsteigen. In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Möglichkeiten es gibt, was du mitbringen solltest und wie dein Quereinstieg konkret aussehen kann.

Servicekraft im Fachgeschäft

Für Mutige bietet sich der direkte Sprung ins Fachgeschäft an. Manche Fachgeschäfte sind bereit, fachfremde Servicekräfte selbst anzulernen. Kühnheit lohnt sich, frag einfach mal in einem Fachgeschäft nach oder schicke (maile) eine Initiativberwerbung.

Weiterbildung: Fachassistent Hörakustik

An der Akademie für Hörakustik gibt es (hübsch aufgeteilt in einzelne Module) den Titel „Fachassistent Hörakustik“ zu erwerben. Die Qualifikation findet in Lübeck statt (das Basismodul ist online). Für mich mutet die Seminarreihe wie eine Ausbildung im Schnelldurchlauf an, auch die Themen Fräsen und Otoplastik stehen auf dem Lehrplan.

Wo, Was, Wann? Akademie für Hörakustik, Bessemerstraße 3, 23562 Lübeck. Link: Kurse Fachassistent. Es gibt aber auch die Möglichkeit einer Weiterbildung in Braunschweig.

Umschulung: Die (Verkürzte) Ausbildung in der Hörakustik

Der klassische Karriereweg in der Hörakustik verläuft von der Ausbildung über den Gesellenbrief bis hin zum Meistertitel, der zur eigenständigen Betriebsführung berechtigt. Eine Umschulung zur Hörakustikerin oder zum Hörakustiker ist der ideale Weg für Quereinsteiger, die beruflich neu durchstarten möchten. Die praktische Ausbildung findet direkt im Fachgeschäft statt, die theoretischen Inhalte vermittelt die Berufsschule in Lübeck (im Blockunterricht), dem bundesweiten Ausbildungsstandort für die Hörakustik. Wer bereits eine handwerkliche oder medizinische Vorqualifikation mitbringt, profitiert besonders: Die Umschulung lässt sich dann oft auf zweieinhalb oder sogar zwei Jahre verkürzen. Angesichts des großen Fachkräftebedarfs in der Branche sind die Chancen auf eine Übernahme nach der Umschulung ausgezeichnet. Eine Bewerbung erfolgt im Fachgeschäft.

Aussichten für Quereinsteiger in der Hörakustik

Die Verdienstmöglichkeiten in der Hörakustik hängen stark von Qualifikation und Berufserfahrung ab. Bereits während der Ausbildung oder Umschulung erhältst du eine Vergütung, die mit fortschreitender Qualifikation steigt. Mit Gesellenbrief und erst recht mit Meistertitel verbessern sich die Perspektiven deutlich – sowohl beim Gehalt als auch bei den Aufstiegsmöglichkeiten bis hin zur Filialleitung oder eigenen Betriebsgründung. Angesichts des demografischen Wandels und des wachsenden Bedarfs an Hörversorgung gilt die Branche zudem als langfristig krisensicher.

Die Berufsaussichten sind aktuell so gut wie selten zuvor. In Deutschland fehlt qualifizierten Hörakustikerinnen und Hörakustikern, gleichzeitig steigt die Zahl der Kundinnen und Kunden stetig. Die Folge: In vielen Betrieben müssen Termine mittlerweile bis zu sechs Wochen im Voraus gebucht werden. Für Quereinsteiger bedeutet das ausgezeichnete Chancen auf einen sicheren Arbeitsplatz, gute Übernahmemöglichkeiten nach der Qualifizierung und echte Perspektiven. Hörakustik, ein echter Job mit Sinn.

Mehr Informationen findest du hier: https://www.afh-luebeck.de/

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